Auto von rechts

Ich wurde wieder einmal angehupt. Folgende Situation: Ich fahre am Mehrzweckstreifen auf der Alserbachstraße und sehe wie weiter vorne ein Auto von rechts aus einer Querstraße einbiegen möchte. Nachdem dieser Autofahrer etwas in den Mehrzweckstreifen hineingefahren ist und ich nicht weiß, ob er mich überhaupt sieht, fahre ich natürlich so weit links wie möglich, am Rand des Mehrzweckstreifens. Von hinten kommt ein Taxi, überholt mich und hupt mich gleichzeitig an, weil er der Meinung ist, ich fahre zu weit links. So etwas ist immer unangenehm, weil man keine Möglichkeit hat das zu diskutieren.

Darum jetzt hier mein Kommentar dazu: Wenn sich rechts etwas tut (Auto biegt ein, Tür ist offen etc.) dann muss man als Radfahrer weit nach links fahren, um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Und das auch noch rechtzeitig, um sicher zu gehen, dass man nicht irgendwo in einer Autokolonne eingezwängt wird. Als Autofahrer ist es meiner Meinung nach gemeingefährlich, in so einer Situtation zu überholen. Wenn ich in Wien Auto fahre, muss ich solche Verzögerungen aushalten. Wer das nicht aushält, kann ja Moped oder Rad fahren.

Ich habe aufgehört im Straßenverkehr einfach nur den Mittelfinger zu zeigen, wenn mich jemand nervt, weil das nichts löst. Da sind andere Handzeichen höflicher und für dumm erklärt zu werden, tut vielleicht sogar mehr weh … Daher habe ich versucht, per Handzeichen zu erklären, dass dort ein Auto ist und der Taxifahrer wohl nicht ganz bei der Sache ist.

Soetwas ist immer unangenehm und man weiß nie, ob es etwas löst. Aber ich glaube, es ist wichtig als Radfahrer selbstbewusst Gefahrenstellen aus dem Weg zu gehen, selbst wenn dadurch jemand anderer ein wenig aufgehalten wird. Und wie gesagt, wer in solchen Situationen nicht hängen bleiben möchte, kann sich ja einfach ein schmaleres Auto kaufen oder einspurig fahren.

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2 Responses to Auto von rechts

  1. Kastna sagt:

    Ich bin davon überzeugt, dass wenn Autofahrer die Sicht der Radfahrer kennen würden, sie sich auch entsprechend verhalten würden. Der Taxler hätte das Auto auf der Nebenfahrbahn vermutlich nicht einmal registriert, oder wenn doch, wäre er davon ausgegangen, dass der Fahrer ihn auch sieht und entsprechend reagiert.
    So wie Autofahrer ganz einfach die Straße nicht aus der Sicht der Radfahrer kennen, kennen viele Gesellschaftsschichten die Sichtweisen von anderen Schichten nicht. Man könnte sagen, der Straßenverkehr ist eine soziologische Fallstudie.

  2. ja klar, das ist die schwierigkeit, dass man sich schwer in die anderen hineinversetzen kann. und das beschränkt sich natürlich nicht auf den straßenverkehr (verkehr ist nur zuäfllig mein liebligsthema …)

    das ist aber auch ein grund für den blog: hier darüber zu schreiben ist irgendwie zielführender, als sich einfach nur darüber zu ärgern

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