Kommunismus und Anarchie

Diese zwei Ausdrücke bringt man klassisch mit dem radfahrenden Teil der Bevölkerung in Verbindung. Aber wenn wir im Auto sitzen, sind wir vor solchen Gedanken natürlich auch nicht geschützt.

Zum Thema Kommunismus meine ich natürlich die aktuelle Parkpickerl Debatte. Ja, alles soll gratis sein. Aber was passiert, wenn man den Preis eines Gutes künstlich niedrig hält? Die Nachfrage geht über das Angebot hinaus, und das Gut ist nicht mehr verfügbar. Spieltheoretisch gesehen heißt das Tragedy of the Commons. Machen wir auch noch Volksbefragungen, ob Wohnen und Benzin gratis sein soll. Darüberhinaus vielleicht auch noch alle Lebensmittel. Der Gedanke ist ja schön, aber die Geschichte lehrt uns, dass Kommunismus nicht funktioniert. Freie Parkplätze bekommt man dann, wenn man realistische Grundstückspreise verlangt – diese müssten wohl auch über die jetzigen symbolischen Kosten des Parkpickerls hinausgehen.

Mit Anarchie meine ich Regelübertretungen, die man gar nicht mehr realisiert:

  • „Eine Übertretung der Geschwindigkeit ist in die Begrenzung eingerechnet.“
  • „Man kann in einer 30-er Zone doch nicht 30 fahren.“
  • „Am Schutzweg muss man der Wartepflicht nicht nachkommen, wenn das Abbremsen nicht sicher ist“ (weil man nicht auf Sicht gefahren ist)
  • „Hup ihn an, wenn er so etwas Blödes macht!“ (in der Stadt natürlich verboten)
  • „Ich nütze das Taxi-Grün.“

Das sind doch alles anarchistische Aussagen. Und diese sind überall zu hören. Sogar mein Arzt hat mir gesagt, dass ich doch bitte beim Radfahren eine gut sichtbare Jacke tragen solle, weil er sich nicht an die 30-er Beschränkungen hält.

Ob ein wenig Kommunismus und Anarchie dem Staat schadet, weiß ich nicht. Aber ich glaube, man muss zumindest zu sich selbst ehrlich sein, dass es genau darum geht.

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3 Responses to Kommunismus und Anarchie

  1. Die Aussage hier war ja eher, dass man als Autofahrer sogar mit Kennzeichen dazu neigt, alle diese Sachen zu machen. Nachdem ein Kennzeichen beim Rad wahrscheinlich schwieriger sichtbar ist, stellt sich die Frage, wieviel das dann überhaupt bewirken könnte. Aber man kann es natürlich versuchen. Bedarf gibt es …

  2. Pingback: Wer ist der bessere Anarchist? « vienna thoughts

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