Bei Rot über die Straße

Ist es ok bei Rot über die Straße zu gehen? Nicht so einfach …

Umgekehrt ist es einfacher: Ist es aus der Sicht der Stadtplanung ok, Fußgänger warten zu lassen, wenn nicht einmal ein Auto kommt? Soll man der natürlichen menschlichen Bewegungsform, die zugleich auch die umweltfreundlichste und ungefährlichste ist, unnötige Barrieren in den Weg setzen? Warum sind Bedarfsampeln standardmäßig für Fußgänger rot? Könnten sie nicht auch standardmäßig für Fußgänger grün sein und nur bei Bedarf von Autos aktiviert werden (allerdings vielleicht mit etwas mehr Technik als unten gezeigt …).

Selbst wenn ich viele rote Ampeln für ungerechtfertigt halte, bleibe ich oft doch stehen „den Kindern ein Vorbild,“ wie es auf Frankfurts Ampeln steht. Wobei sich die Frage stellt, ob das wirklich Sinn hat. Wenn ein Kind angefahren wird, kann man wirklich den Fußgänger, der das schlechte Vorbild war, beschuldigen? Wohl genauso wie man den Süßwarenhersteller beschuldigen kann, mithilfe dessen Schokolade ein Kind entführt wurde. Es gibt eine gewisse Kausalität aber doch zu viele Zwischenglieder. Was kann man aber tun? Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere verkehrstechnische Maßnahmen, sodass nicht mehr jeder Schritt eines Kleinkindes zur Gefahr werden kann. Dann muss man nicht mehr den Kindern von klein auf einbläuen, dass man dem „Ungetüm Auto“ sogar dann Tribut zollen muss, wenn es nicht einmal da ist.

Nocheinmal kurz: Es ist ein Problem, wenn Fußgänger bei Rot über die Straße gehen. Aber nicht die Tatsache, dass sie gehen sondern die Tatsache, dass es rot ist, obwohl sie gehen können.

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One Response to Bei Rot über die Straße

  1. Markus sagt:

    Im UK soll das Gehen bei Rot angeblich nicht verboten sein, und in Österreich würde es mein Leben auch deutlich erleichtern und meine Nerven schonen, wenn Rot ein unverbindlicher Hinweis wäre. Man hört auch selten von Organmandaten, die an Fußgänger vergeben werden, aber Anhaltungen durch die Polizei sind eben nicht auszuschließen.

    Sogar bei alkoholisiertem Fahren gilt (in gewissem Rahmen) „straffrei, solange nichts passiert“. Noch besser wäre natürlich, viele Ampeln gar nicht erst aufzustellen, und den § 56 Abs. (3) der StVO ernst zu nehmen und nicht als dehnbare Wischi-Waschi-Regelung zu betrachten („Solange es die Verkehrsverhältnisse nicht erfordern, kann von einer Regelung des Verkehrs durch Lichtzeichen bei den in Abs. 2 genannten Schutzwegen Abstand genommen werden. In diesem Falle ist der Schutzweg mit blinkendem gelbem Licht (§ 38 Abs. 3) oder mit dem Hinweiszeichen nach § 53 Z. 2a („Kennzeichnung eines Schutzweges“) zu kennzeichnen.“)

    „Wenn es die Verkehrsverhältnisse nicht erfordern, darf auch bei rotem Licht die Fahrbahn überquert werden“ könnte ich dann auch einfordern. Auch ein grünes Licht ist natürlich keine Garantie,die Fahrbahn unbeschadet überqueren zu können – Aufmerksamkeit und Eigenverantwortung ist immer am besten.

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