Bahnhöfe

Auch, wenn ich gerne mit dem Zug fahre, wundere ich mich immer wieder, wie schwierig es in manchen Städten ist, vom Bahnhof wegzukommen. Als erstes Beispiel die Route vom Heidelberger Bahnhof: Zuerst quert man zwei Autospuren. Dazwischen sind dann Bus und Straßenbahn, und zwar so, dass diese meistens mitten im Weg stehen und man nicht vorbeikommt. Danach noch zwei Autospuren. Das ganze geregelt durch nicht-synchronisierte Bedarfsampeln, damit sichergestellt wird, dass man auch wirklich bei jedem Abschnitt eine Zeit wartet.

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Ein ganz ähnliches Bild in Frankfurt (auch wenn ich hier gerne wohne, ist diese Stadt verkehrspolitisch leider ein totales Chaos). Der direkte Fußweg vom Bahnhof in die Stadt ist in vier einzelne Fahrbahnquerungen geteilt. Bei dieser Belichtung besonders gut erkennbar an den vielen roten Männchen in unterschiedlicher Größe und Positionierung.[1]

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Ein Bahnhof ist natürlich eine verkehrspolitische Herausforderung, weil die Gleise für den Autoverkehr einen Einschnitt darstellen. Darum die Frage: Geht es überhaupt anders?

Als Antwort dazu z.B. Hannover. Anscheinend kann man doch einen großen ruhigen Bahnhofsvorplatz zu haben, über den nur der nötige Verkehr fährt, und dieser in überschaubarem Tempo.

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Auch sehr gut gefallen hat mir Strasbourg. Hier hat man es geschafft, einen großen, ruhigen und schönen Bahnhofsvorplatz zu erzeugen. Straßenbahn gibt es auch, diese aber ganz auf der Seite.

IMG_2294Die kleine Straße, die natürlich nötig ist, ist klar markiert, um eine sichere Überquerung zu ermöglichen.IMG_2297

Was lernen wir daraus? Auch wenn Verkehrspolitik ein komplexes Thema ist, sieht man doch dass es einen großen Spielraum für nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung gibt. Das nächste mal wenn man dann vorbildhaft zwischen der zweiten und dritten roten Fußgängerampel steht und wartet, kann man ja die Zeit nützen, um es sich konkreter durchzudenken.

—-

[1] Ganz allgemein kommt mir vor, dass sich deutsche Fußgängerpolitik hauptsächlich darauf bezieht, mehr und größere rote Männchen aufzustellen, um Fußgänger an ihre „Vorbildhaftigkeit“ zu erinnern. Die Überlegung, dass man die natürliche menschliche Bewegungsform, die gleichzeitig eine CO2 neutrale und platzsparende Transportart darstellt, fördern könnte, scheint sich im Gegensatz zu Österreich noch nicht herumgesprochen zu haben.

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