Die dunkle Seite von Getreide

Getreidesamen unterstehen einem hohen Selektionsdruck nicht verdaut zu werden. Während Früchtesamen durch den harten Kern geschützt sind und Wurzelknollen sicher unter der Erde liegen, bleibt dem Getreide nur die Chemie, um sich vor Fraßfeinden zu schützen. Problematisch für uns ist, dass diese Fraßfeinde als Säugetiere nah mit uns verwandt sind. Im Gegensatz zu diesen konsumieren wir Menschen Getreide aber evolutionär gesehen erst seit kurzer Zeit, und hatten daher kaum Zeit um Abwehrmaßnahmen zu entwickeln. Darum verwundert es nicht, dass Getreide einige Stoffe enthält, auf die viele von uns stark reagieren.

Die bekannteste Gruppe dieser Stoffe sind die Kleberproteine „Gluten„. Zum Backen sind diese sehr nützlich, weil sie dafür sorgen, dass sich eine solide zusammenhängende Teigmasse bildet. Der Gedanke, dass die gleichen Proteine sich dann auch an unsere Darmwand kleben ist nicht mehr so schön. 80% der Bevölkerung zeigen eine messbare Entzündung der Darmschleimhaut auf Gluten, etwa 30% entwickeln Antikörper, und in etwa 10% sind diese sogar systemisch vorhanden. Etwa ein halbes Prozent der Bevölkerung  leidet unter Zöliakie. In diesem Fall greifen die gebildeten Antikörper körpereigenes Gewebe an (d.h. es kommt zu einer Autoimmunreaktion).

Warum konnte sich dann Getreide durchsetzen, wenn es so schwer verträglich ist? Warum kamen Altsteinzeitmenschen auf die Idee dieses zu kultivieren? Eine mögliche Antwort sind enthaltene Opioide, auch Exorphine genannt. Diese gibt es vor allem im Weizen, was einer der möglichen Gründe wäre, warum sich vor allem dieser weltweit durchsetzen konnte. Ein kleines „High“ nach Brotkonsum an sich wäre ja kein Problem. Leider werden diese Opioide auch mit Verstopfungen und sogar mit Schizophrenie in Verbindung gebracht.

Die dritte Gruppe an problematischen Stoffen sind die Lektine (Proteine, die an spezifische Kohlenhydratstrukturen binden können). Auch in dieser Kategorie ist der Weizen mit dem Weizenkeim-Lektin (WGA) ganz vorne. Dieser schädigt wieder Darmzellen und kann mit Vitamin D interferieren. Aber auch andere Getreidesorten können gefährliche Lektine enthalten.

Literatur zu dem Thema: „Perfect Health Diet“ von Paul und Shou-Ching Jaminet, „Opium für das Volk“ von Udo Pollmer. Man muss natürlich nicht alles glauben. Aber es gibt wohl genug Gründe, es zumindest auszutesten. In drei Wochen ohne Getreide sollten alle potentiellen Toxine eliminiert sein. Und falls sich in dieser Zeit etwas positiv ändert (Verdauung, Haut, allgeimeines Wohlbefinden, …) kann man dabei bleiben. Sonst hat man nicht viel Zeit verloren. Andere Quellen von natürlichen Toxinen sind Omega-6 haltige Planzenöle, Hülsenfrüchte (diese stehen evolutionär ganz ähnlich da wie Getreide) und Fructose im Haushaltszucker (s. auch diesen Post). Wenn man schon dabei ist, könnte man diese vielleicht auch (zumindest testweise) eliminieren.

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