Putin und der neue Anschluss

Ein militärischer Putsch und ein schneller Anschluss des südlichen Nachbarn, welcher ja „das gleiche Volk“ ist. Gab es soetwas nicht schon einmal – vor etwa 75 Jahren?

Und wer glaubt wirklich, dass Russland mit der Krim genug hat? Es gibt wohl noch viele weitere Russen in Estland, Polen usw, die man „heim ins Reich“ holen muss.

Man kann sagen, dass sich Geschichte nicht wiederholt, aber soll man es riskieren? Rückblickend war die „appeasement“ Politik vor dem zweiten Weltkrieg der große Fehler, der begangen wurde. Insofern muss man wohl hoffen, dass die Staatengemeinschaft eine genug harte Antwort findet, bevor es zu spät ist. Lieber will ich den ganzen nächsten Winter meine Wohnung nie über 15° heizen als zuzusehen, wie sich mein Land als Hampelmann für einen machtgeilen, homophoben Verrückten hergibt.

Die Frage ist nicht, ob es völkerrechtlich legitim ist, dass die Krim zu Russland zurückkommt. Hätte es eine unabhängige international kontrollierte Abstimmung gegeben, wäre das wohl in Ordnung. Das Problem ist, dass man nicht einfach so in ein Nachbarland einmarschieren kann, nur weil es dort ein Bevölkerungsgruppe gibt, die man zum eigenen Land dazuzählt. Da gibt es leider viel zu viele Streitfälle an den europäischen Grenzen, als dass man so einen Präzedenzfall setzen dürfte. Darf Östterreich jetzt auch in Südtirol einmarschieren, Deutschland im Elsaß, Slovenien in Kärnten (und natürlich gibt es auch noch viel brisantere und aktuellere Fälle) … das ist doch einfach absurd!

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4 Responses to Putin und der neue Anschluss

  1. Sabine sagt:

    Wenn ein Land oder ein Teil davon, per Volksentscheid mit einem eideutigen Votum (über 90 %) zu einem anderen Land gehören möchte, (Krim, Moldawien, Kroatien . . . DDR) und das andere Land dies aufnimmt, spricht man von einer Annektion durch das aufnehmende Land.
    Damit dürfte die Wiedervereinigung auch eine Annektion der DDR seitens der BRD gewesen sein.
    Nur um das mal klarzustellen was da abgeht.

  2. Entscheidend ist, dass in der Ukraine der militärische Einmarsch vor der Volksabstimmung gekommen ist und das ganz gezielt in einer Zeit politischer Unruhen – auch wieder eine parallele zu 1938. Am 10. April 1938 waren 99% der Österreicher für einen Anschluss. Nach dieser Definition war auch 1938 eine Annexion per Volksentscheid.

    Und wenn es Russland wirklich, um das Selbstbestimmungsrecht der Völker geht, warum gibt es dann nicht auch eine Volksabstimmung in Tschetschenien?

  3. Sabine sagt:

    @viennathoughts

    warum gehen sie in ihrer Argumentation nicht noch weiter zurück, bis ins Mittelalter oder die Antike?
    und
    „Entscheidend ist, dass in der Ukraine der militärische Einmarsch vor der Volksabstimmung gekommen ist“

    Das müssen sie uns erklären. In der Ukraine hat NIE eine Volksabstimmung stattgefunden. Weder vor- noch nach dem Putsch.
    Und militärischer Einmarsch in der Ukraine, da muss mir was entgangen sein und wer ist da einmarschiert?
    l.G. Sabine

  4. Im Zweifelsfall ist wohl schon die Zeitgeschichte das Relevante. Es geht mir natürlich nicht darum Russland als neues Nazi-Deutschland darzustellen. Aber man soll sich der Brisanz der Situation bewusst sein.

    Hier zB ein Artikel über das Referendum:
    http://www.n-tv.de/politik/Acht-Fakten-zum-heiklen-Krim-Referendum-article12464341.html
    Wenn „Volksabstimmung“ nicht das richtige Wort war, tut mir das leid, aber das ist wohl nicht der entscheidende Punkt?

    bezüglich militärischem Eimarsch zB dieser Artikel
    http://derstandard.at/1395362891065/Ukraine-OSZE-Mission-soll-Krise-wieder-beruhigen
    „Offiziell“ weiß man natürlich nicht, wer einmarschiert ist. Aber dass es zum Zeitpunkt des Referendums militärische Aktionen gab, kann doch niemand bestreiten?

    LG, Felix

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