Was lernen wir aus dem VGF Streik?

In Frankfurt streikte heute der Nahverkehr (VGF). Keine angenehme Situation. Doch hat man eine Sache sehr eindrucksvoll gesehen – wie elastisch der Berufsverkehr ist: Auch wenn ein Transportmittel völlig ausfällt kommt (fast) jeder an sein Ziel. Natürlich ging das nicht unbemerkt: noch nie habe ich so viele Fahrradfahrer auf Frankfurts Straßen gesehen und noch selten so dichte Staus.

Was bedeutet das für die Verkehrsplanung?

Ganz offensichtlich ist der öffentliche Nahverkehr ein mächtiger Faktor zur Reduzierung von Staus in der Stadt. Ohne U-Bahnen wäre es jeden Tag so schlimm wie heute. Weiters kann man annehmen, dass neue U-Bahnen nach ganz genau dem gleichen Prinzip auch an anderen Orten das Aufkommen von Staus reduzieren könnten. Schließlich stellt sich die Frage, ob sie dies nicht sogar effizienter tun als neue Autobahnen, insbesondere, wenn man Externalitäten miteinberechnet. Ohne sich diese Frage überhaupt zu stellen, baut man hier lieber immer weiter neue Autobahnen und dann auf Druck der Anwohner dazu noch riesige und teure Lärmschutzvorrichtungen.

Anscheinend gibt es in Frankfurt eine große Gruppe an Menschen, die fähig und gewillt zum Fahrradfahren sind, es unter den gegenwärtigen Umständen aber nicht bevorzugt tun. Genauso, wie man sie heute durch Abschaffung von Alternativen aufs Fahrrad bringen konnte, kann man sie wohl auch umgekehrt ermuntern. Sollte es ein Ziel der Stadtplanung sein, Fahrradfahren zu fördern, wäre es offenbar möglich den Anteil signifikant zu erhöhen, wenn man nur die entsprechenden Maßnahmen trifft.

Und wenn wir schon beim Thema Elastizität des Verkehrsaufkommens sind, hier noch ein zwei Fragen zum Nachdenken:

  • Wie wirkt es sich auf das Verhältnis Auto / Öffentlicher Verkehr aus, wenn öffentlicher Stadtgrund gratis zum Parken zur Verfügung gestellt wird, der öffentliche Verkehr aber von einem Gewinn orientierten Privatunternehmen gehandhabt wird?
  • Was passiert mit dem Verhältnis Auto / Fußgänger, wenn Parkregeln nicht einmal an gefährlichen, uneinsichtigen Kreuzungen exekutiert werden?

 

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