Die Minimaldiät

Heutzutage, wo es mehr Diäten als Diätexperten gibt (und von beidem viele), ist es schwierig zu wissen, was man nun eigentlich essen soll. Als typischer Konsument hat man weder die Ausbildung noch die Zeit, um sich selber durch die Primärliteratur zu arbeiten. Daher möchte ich ein paar Ideen im Sinne einer „Minimaldiät“ geben: Eine Ernährungsweise, die nur minimale Annahmen voraussetzt, die heutzutage kaum jemand bestreitet.

Weniger Zucker: Außer der Lebensmittelundistrie (s. auch diesen Post) gibt es wohl noch kaum jemanden der Zucker verharmlost. Hier stimmen Tradition, Wissenschaft und Erfahrung überein: Industrielle Zuckerherstellung ist erst in der modernen Zeit möglich und der wirklich billige „high fructose corn sirup“ ist ein Kind der 70-er Jahre. Davor gab es Zucker nur in Obst, dass aber damals nicht so hochgezüchtet wie heute und nicht das ganze Jahr verfügbar war. Die Chemie erklärt uns, dass Zucker ein reaktives Molekül mit einer Aldehydgruppe ist. Die Biochemie zeigt uns, was für ausgeklügelte Maßnahmen zur Glucoseregulierung der Körper besitzt. Und die Medizin kennt die verheerenden Folgen von zu viel Zucker bei Diabetes Patienten. Und auch die unmittelbare Erfahrung des „Zucker high“ zeigt uns, dass Zucker unser Energiegleichgewicht durcheinander bringt.

Als nächstes wird kaum jemand bestreiten, dass viel abwechslungsreiches Gemüse gesund ist. Sei es wegen Vitaminen und Mineralstoffen, sei es um ein allgemeines Sättigungsgefühl zu bewirken oder die Verdauung zu unterstützen. Leider ist Obst, vor allem in hochgezüchteten Varianten und noch viel mehr in Form von Fruchtsaft, dann wegen Punkt 1 (Zucker) nicht mehr so unumstritten.

Lebensmittelintoleranzen: Wenn ein Lebensmittel ein spezifisches Problem hervorruft, dann sollte man es meiden. Umgekehrt, wenn man gesundheitliche Probleme hat, ist es eine relativ einfache und billige Methode, zuerst zu testen, ob man diese mit Hilfe von Ernährung verbessern kann, bevor man zu härteren Mitteln greift. Auch wenn man keine eindeutige Statistik hat, ist es ein ungefährlicher Schritt, der zumindest durch zahlreiche Anekdoten belegt ist.[1]

Fett ist komplizierter (s. auch diesen Post): Der Minimalratschlag ist, das Fettgewebe von industriell gezüchteten kranken Tieren zu meiden (sei es nun wegen der gesättigten Fette, wegen der ω-6 Fette oder wegen Hormonen und Antibiotika).

Ich denke, dass man mit diesen vier Punkten nicht falsch liegen kann. Darüberhinaus gibt es einige Punkte, die ich für wichtig halte, wo aber auch dagegen argumentiert wird: Reduktion von Kohlenhydraten, Integration von hochwertigen tierischen Produkten aus artgerechter und gesunder Haltung, und Elimination von  ω-6 haltigen industriellen Pflanzenölen.

[1] Dazu meine Anekdote:  Ich war die ersten 25 Jahre meines Lebens der Meinung, dass „irritable bowel syndrome“ ein normaler Bestandteil meines Verdauungssystems ist und ich halt einfach häufiger Bauchweh (und damit verbundene Symptome …) bekomme als andere Leute. Dann eliminiere ich zum Spaß (und ohne große Erwartungen) Getreide für drei Wochen von meiner Ernährung und die Probleme sind weg. Und jedesmal, wenn ich jetzt doch wieder ein bisschen Brot oder Kuchen esse, kommen sie sehr zuverlässig zurück.

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