Meine Seestadt

Gestern haben wir unseren Schlüssel für die Seestadt Aspern bekommen. Zur Zeit ist hier noch viel Baustelle aber meine Hoffnungen sind hoch. Die Sonnenallee sieht noch nicht ganz so aus wie in der Infobroschüre

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Aber wenn man sich die Baustellen und die überzähligen Autos wegdenkt, ist das ein schöner geräumiger Boulevard. Was mir auch gefällt, ist die Idee innerhalb der Wohnblöcke Aufenthaltsbereiche zu haben und die kleineren Gassen für den allgemeinen Verkehr zu sperren.

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Es ist sicher noch viel zu tun und nicht alles, was auf Papier gut klingt, lässt sich auch umsetzen, aber ich bin zuversichtlich, dass hier ein Stadtteil entsteht, der mir gefallen könnte. Die Seestadt ist natürlich nicht jedermann/fraus Sache, und wer sich Straßen ohne geparkte Autos nicht vorstellen kann (und FPÖ wählt), der ist vielleicht in einem anderen Stadtteil besser aufgehoben.

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Radwegende und der Automobiltunneleffekt

Nachdem ich inzwischen nicht mehr in Frankfurt wohne, muss ich noch schnell meine Bilder anbringen – bevor es dann wieder neue Jammereien (oder vielleicht Lob?) aus meiner Heimatstadt Wien gibt. Zuerst möchte ich einen wichtigen Tipp für alle Fahrradfahrer an den Mann/die Frau brigen und dann möchte ich noch ein interessantes Phänomen diskutieren, dass ich weder mit den Gesetzen der Straßenverkehrsordnung noch mit denen der klassischen Physik erklären konnte.

Der Tipp für die Radfahrer ist: Frankfurt ist radfahrerfreundlich, solange man sich von den Radwegen fernhält. Denn diese haben die Tendenz plötzlich im Nichts zu enden. Sei es durch strategisch platzierte Zäune …

 

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… oder parkende Autos.

 

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Noch viel spannender ist der Automobiltunneleffekt. Regelmäßig sieht man hier Autos, die auf der falschen Seite von Barrieren stehen. Das ist nicht nur ein Bruch der Verkehrsregeln, sondern widerspricht auch den Gesetzen der klassischen Mechanik. Aber wenn es wirklich keine Parkplätze gibt muss man sich anscheinend nicht einmal an diese halten und kann einfach durch die Barrieren durchtunneln.

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Trink dich fit

Was hat mehr Kalorien: ein Glas Orangensaft, ein Cola oder ein Chocolate Chip Cookie? Am dritten Platz kommt das Cola mit 93 kcal, dann das Cookie mit etwa 100 kcal. Und der Sieger ist der Orangensaft mit 113 kcal.

Unten habe ich eine kleine Tabelle mit dem Kaloriengehalt einiger repräsentativer Getränke zusammengestellt. Angegeben ist jeweils der Gehalt eines 250 ml Glases. Als Faustregel können wir uns merken, dass ein Glas vieler Getränke etwa einem Chocolate Chip Cookie entspricht, nämlich 100 Kalorien. Das ist nicht schlimm, aber auch nicht nichts. Wird es mehr als ein Glas, kann es allerdings kritisch werden. Die ganze Literpackung Orangensaft oder zwei Große Bier sind schon bei ca 400 kcal, also ein Fünftel des Tagesbedarfs oder etwa eine halbe Mahlzeit.

Ob bei einem Getränk der Zucker zugesetzt wurde (Cola), aus der Frucht gepresst wurde (Saft) oder vorher noch vergoren wurde (Bier, Wein) spielt dabei nur eine sekundäre Rolle. In allen Fällen wird die Energie schnell aufgenommen, da sie in direkt verfügbarer Form vorliegt. Nur Milch spielt in dieser Tabelle eine Sonderrolle, da sie auch Energie in der Form von Fetten und Proteinen enthält.

Getränk Kalorien pro 250 ml Glas
Orangensaft 113
Apfelsaft 115
Coca Cola 93
Vollmilch 160
Pils 105
Weizenbier 130
Wein 200
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Homöopathie

Wenn ein Tropfen homöopathisches Schlafmittel ins Meer getropft wird, schlafen dann alle Fische ein? Wenn ich von einem homöopathischen Mittel weniger als die vorgeschriebene Menge nehme oder überhaupt vergesse es zu nehmen, besteht dann die Gefahr einer Überdosierung? Enthält jedes homöopathische Mittel auch hochpotenzierte Fischexkremente? Diese Fragen stellt sich wohl der kritische Homöopath …

Anfangen möchte ich aber mit einem anderen Thema: wie uns die Homöopathie auf die Ebene einzelner Moleküle bringt. Dazu folgendes (Gedanken-)experiment: Wir lösen etwa 34 g Zucker in einem Liter Wasser (eine 0.1 M Lösung). Von dieser Lösung nehmen wir einen 1 cL heraus (z.B. mit einem Schnapsglas) und verdünnen diesen wieder auf einen Liter. Diesen Schritt wiederholen wir insgesamt 11-mal. In dem Liter Wasser, den wir dann erhalten, schwimmen dann noch 6 Zucker Moleküle. Spannend.

Wenn ich noch weiter verdünne, dann ist aller Wahrscheinlichkeit nach keines der ursprünglichen Zucker Moleküle mehr vorhanden. Das ist allerdings kein Problem für die Homöopathie, denn diese ist wegen des Gedächtnisses des Wassers wirksam. Das Wasser erinnert sich an den Zucker, den ich ursprünglich hineingegeben habe. Ich muss allerdings sicherstellen, dass es sich nicht an anderes erinnert. Sonst hätte ich vielleicht ein Kombinationspräparat aus homöpathischem Wasserleitungsblei und homöopathischen Fischexkrementen zusätzlich zu meinem homöopathischen Zucker. Aber wenn ich mich genau an das passende Verschüttelungsprotokoll halte, schaffe ich das sicher auch.

Mehr zur Homöopathie in diesen zwei Büchern:

Bad Science

Trick or Treatment

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Das Haben wir verLoren

Nachdem ich mich kürzlich ein wenig über ein großes deutsches Eisenbahnunternehmen ausgelassen habe, hier noch ein kurzer Kommentar zu einem großen deutschen Paketzustellunternehmen. Routinemäßig bekomme ich von diesem Unternehmen Kärtchen mit der Botschaft, dass ich ein Paket bei meinem Wunschnachbarn abholen könne. Eine Botschaft mit drei Unwahrheiten: Ich wurde (1) nie gefragt, was ich mir wünsche, es ist (2) nicht mein Nachbar sondern typischerweise ein Paketshop am anderen Ende der Stadt und (3) ist es dann sowieso nicht dort.

Zumindest am Postamt habe ich mein Paket dann gefunden. Mit einem sehr interessanten Kommentar des Postbeamten: ich habe großes Glück, dass ich mein Paket bekomme (und es nicht verschmissen worden ist). Das nenne ich jedenfalls Ehrlichkeit!

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Paleofantasy

Nachdem ich selber der Paleo-Idee anhänge, musste ich mich ein bisschen dazu zwingen, ein Buch der Gegenseite zu lesen: Paleofantasy von Marlene Zuk. Sie diskutiert nicht nur die aktuelle Wissenschaft, sondern zeigt mit ihrem trockenen Humor auch einige offensichtlich absurde Ideen der Paleo-Welt. Sei es die Detailgenauigkeit mit der diverse Paleo-Gurus Verhaltensregeln diskutieren a la „wie simuliere ich am besten das Herumtragen eines halbverwesten Tierkadavers“ oder hitzige Diskussion ob nun Butterschmalz oder Kokosöl das ideale Fett zum Braten ist. Oder sei es die Naivität mancher Paleo-Forenbenutzer, die dreimal täglich Schweinebauch essen, weil dieser ja „paleo“ ist. Der Hauptteil des Buches ist eher langatmig geschrieben, zeigt dadurch aber auch, dass nicht alles so einfach ist, wie sich das so mancher Paleo-Enthusiast vielleicht vorstellt.

Der erste wichtige Punkt ist, dass es das Paleo-Utopia von Familie Grok, wo wir Menschen perfekt an unsere Umwelt angepasst waren, niemals gab. Evolution ist ein kontinuierlicher Prozess, der nicht auf Perfektion sondern nur auf Notwendikgeit achtet. Genauso wie man vielleicht heute der perfekten Harmonie in der Altsteinzeit nachtrauert, hat vielleicht auch schon „Grok“ seinen aufrechten Gang verteufelt: „Der bringt ja nur Rückenschmerzen und Knieprobleme.“ Oder vielleicht hat er sich zu Kiemen zurückgesehnt: „Diese provisorisch eingerichtete Ausstülpung zum Atmen bringt ja mehr Probleme als sie löst.“ Oder hat er sich die komplikationsfreie Zeit des Einzellerlebens gewünscht? Oder die RNA-Welt, als noch nicht dieses unsaubere Wechselspiel zwischen DNA und Proteinen gab? Und genauso, wie die Entwicklung des Menschen ein zeitliches Kontinuum ist, kann man auch räumlich das Paleo-Utopia nicht finden. Es ist wohl die Flexibilität des Menschen und die Anpassungsfähigkeit an so viele Lebensumstände, die uns Menschen die dominante Position gebracht hat, in der wir heute sind.

Zusätzlich ist es wichtig anzuerkennen, dass Evolution nicht aufgehört hat. Neben den langsamen Prozessen, wie sie für massive Veränderungen notwendig sind, gibt es auch sehr schnelle. Die bekanntesten Adaptionen, die seit der Altsteinzeit stattgefunden haben, sind Lactase-Persistenz (die uns erlaubt, im Erwachsenen-Alter Milch zu verdauen) und eine Anhäufung des Amylase Gens (das bei der Verdauung von Stärke hilft). Umgekehrt ist es natürlich wichtig zu beachten, dass dies relativ simple Adapationen sind und man daher immer noch nicht annehmen kann, dass wir uns perfekt angepasst haben und dass wir zum Beispiel vollständig gegen das „Chemiewaffen Arsenal“ von Weizen gewappnet sind. Evolution auf noch kürzerem Zeitraum kann durch Krankheiten hervorgerufen werden, seien es die Pocken oder Pestepidemien in Europa. Über die Frage von Evolution in der aktuellen Gesellschaft kann man wohl noch viele weitere Bücher schreiben. Hier nur eine interessante Idee in diesem Kontext: Nachdem oft der Kinderwunsch erst in höherem Alter kommt, aber dieser dann manchmal nicht mehr erfüllt werden kann, werden spezifisch eher die Gene an die nächste Generation weitergegeben, die die Fruchtbarkeit länger erhalten.

Ein ganz anderer Punkt ist Sport und speziell die Abscheu der Paleo-Community gegenüber Cardio Training. Schweres Heben, Sprinten und Gehen sind „paleo“. Aber joggen ist verboten. Interessant ist hier, dass Christopher McDougall in seinem buch Born to Run die umgekehrten Argumente bringt und erklärt, dass wir Menschen zum Ausdauerläufer evolviert sind (wenn man z.B. die Achillessehnen, die Fähigkeit zum Schwitzen und die Unabhängigkeit von Atmung und Bewegung betrachtet). Aber diese Ideen haben es irgendwie nicht in die offizielle Paleo-Welt geschafft. Wie kommt man über diese Widersprüche hinaus? Anstatt über minutiöse Details zu diskutieren, kann man doch den einfachen Weg gehen: Wenn es dich freut und du dich gut fühlst, dann tue es, wenn es dir keinen Spaß macht und dich stresst, dann lass es sein!

Abschließend möchte ich natürlich sagen, dass die Paleo-Idee ihren Wert hat. Nur sollte man eben nicht der Paleo-Fantasie anhängen, dass sich alle Probleme auf der Welt dadurch lösen lassen. Ideal ist wohl eine Verbindung von aktueller Forschung und Hausverstand. Und wenn man dann das Paleo-Konzept verwendet, um das Ganze zu rationalisieren, ist das natürlich ok.

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Aktion plus5 Heidelberg

Hier meine Antwort an die Aktion – plus5 in Heidelberg, eine ganz ähnliche Aktion wie das Appell zur Vorbildhaftigkeit bei roten Ampeln in Frankfurt, nur diesmal gegen Radfahrer und nicht gegen Fußgänger gerichtet. Viel reden wenig tun, so löst man alle Probleme…

Bin schon gespannt, ob ich eine Antwort bekomme 🙂

Ich möchte Ihnen zur Ihrer Aktion plus 5 gratulieren, weil ich Sicherheit am Rad für sehr wichtig halte. Was ich aber nicht ganz verstanden habe, ist weche realen Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs getroffen wurden. Wenn ich es richtig verstehe, ist das zentrale Stück der Aktion die Strecke Hauptbahnhof bis Neuenheimer Feld. Dieses Stück fahre ich jeden Tag und jeden Tag wundere ich mich, wie mühsam es ist dort weiterzukommen.

Gleich nach dem Bahnhof bilden sich riesige Menschentrauben vor der Kurfürstenanlage, weil die Ampeln aus irgendeinem Grund nicht grün werden, selbst wenn minutenlang keine Autos kommen. Hat man diesen Teil einmal überwunden und ist auf der Mittermaierstraße (auf der richtigen Straßenseite nach drei weiteren Ampeln), wundert man sich wie schmal die Radwege sind und ist konstant besorgt, dass vielleicht einmal ein Fußgänger einen halben Schritt nach links macht und damit mitten im Radweg steht. Und das obwohl man offensichtlich genug Platz für vier Kfz Spuren hat. Hinter der Brücke muss man dann noch einmal die Straße queren, was wieder mindestens zwei Ampeln in Anspruch nimmt und ist dann nach deutlich mehr als 5 Minuten Zeitverlust am Neuenheimer Feld. Leider muss ich Ihnen sagen, dass es wohl nicht möglich sein wird, nur durch gutes Zureden viele Radfahrer dazu zu bringen diese Schikanen auf sich zu nehmen.

Vielleicht kann man aus verkehrsplanerischen Gründen die Situation an der Mittermaierstraße wirklich nicht verbessern. Aber dann könnte man sich ja eine alternative Route überlegen. Ich persönlich verwende für die Fahrt vom Bahnhof zum Beispiel lieber den Wehrsteg, weil ich mir dann genau die Frage erspare, ob ich gegen die Fahrtrichtung über die Ernst-Walz-Brücke fahren sollte. Aber auch beim Wehrsteg, ist es schwierig unter Einhaltung aller Verkehrsregeln hinzukommen und meine Gesetzestreue wird auch hier jeden Tag aufs neue auf die Probe gestellt.

Zusammengefasst, wenn man die Situation und die Sicherheit von Radfahrern in Heidelberg verbessern möchte, sind dafür mehr als leere Worte nötig. Wenn diese Aktion erfolgreich sein soll, dann ist es auch nötig die Situation aus der Sicht dieser zu verstehen und reale Änderungen durchzuführen.

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Geburtsvorbereitungskurs

Leider können wir uns an den Kosten für Ihren Geburtsvorbereitungskurs nicht beteiligen, da er von einer Geburstvorbereiterin durchgeführt wurde.

Zitat: unsere Krankenkasse. Ohne, dass ich jetzt besonders gegen die TK wettern möchte, halte ich das für das perfekte Zitat, um die deutsche Geburtenpolitik zu beschreiben: Egal wie widersprüchlich es klingt, tun wir alles um ein paar Cent bei präventiven Maßnahmen zu sparen. Und Hebammen gehören sowieso abgeschafft. Erst dann können wir die Kinder so bekommen, wie es der modernen Medizin gerecht ist: am Rücken liegend, betäubt, abwechselnd von Wehen fördernden und senkenden Mitteln durchflutet und als Krönung am besten ein Kaiserschnitt. Und warum nochmal? Zum Kosten Senken.

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Die Minimaldiät

Heutzutage, wo es mehr Diäten als Diätexperten gibt (und von beidem viele), ist es schwierig zu wissen, was man nun eigentlich essen soll. Als typischer Konsument hat man weder die Ausbildung noch die Zeit, um sich selber durch die Primärliteratur zu arbeiten. Daher möchte ich ein paar Ideen im Sinne einer „Minimaldiät“ geben: Eine Ernährungsweise, die nur minimale Annahmen voraussetzt, die heutzutage kaum jemand bestreitet.

Weniger Zucker: Außer der Lebensmittelundistrie (s. auch diesen Post) gibt es wohl noch kaum jemanden der Zucker verharmlost. Hier stimmen Tradition, Wissenschaft und Erfahrung überein: Industrielle Zuckerherstellung ist erst in der modernen Zeit möglich und der wirklich billige „high fructose corn sirup“ ist ein Kind der 70-er Jahre. Davor gab es Zucker nur in Obst, dass aber damals nicht so hochgezüchtet wie heute und nicht das ganze Jahr verfügbar war. Die Chemie erklärt uns, dass Zucker ein reaktives Molekül mit einer Aldehydgruppe ist. Die Biochemie zeigt uns, was für ausgeklügelte Maßnahmen zur Glucoseregulierung der Körper besitzt. Und die Medizin kennt die verheerenden Folgen von zu viel Zucker bei Diabetes Patienten. Und auch die unmittelbare Erfahrung des „Zucker high“ zeigt uns, dass Zucker unser Energiegleichgewicht durcheinander bringt.

Als nächstes wird kaum jemand bestreiten, dass viel abwechslungsreiches Gemüse gesund ist. Sei es wegen Vitaminen und Mineralstoffen, sei es um ein allgemeines Sättigungsgefühl zu bewirken oder die Verdauung zu unterstützen. Leider ist Obst, vor allem in hochgezüchteten Varianten und noch viel mehr in Form von Fruchtsaft, dann wegen Punkt 1 (Zucker) nicht mehr so unumstritten.

Lebensmittelintoleranzen: Wenn ein Lebensmittel ein spezifisches Problem hervorruft, dann sollte man es meiden. Umgekehrt, wenn man gesundheitliche Probleme hat, ist es eine relativ einfache und billige Methode, zuerst zu testen, ob man diese mit Hilfe von Ernährung verbessern kann, bevor man zu härteren Mitteln greift. Auch wenn man keine eindeutige Statistik hat, ist es ein ungefährlicher Schritt, der zumindest durch zahlreiche Anekdoten belegt ist.[1]

Fett ist komplizierter (s. auch diesen Post): Der Minimalratschlag ist, das Fettgewebe von industriell gezüchteten kranken Tieren zu meiden (sei es nun wegen der gesättigten Fette, wegen der ω-6 Fette oder wegen Hormonen und Antibiotika).

Ich denke, dass man mit diesen vier Punkten nicht falsch liegen kann. Darüberhinaus gibt es einige Punkte, die ich für wichtig halte, wo aber auch dagegen argumentiert wird: Reduktion von Kohlenhydraten, Integration von hochwertigen tierischen Produkten aus artgerechter und gesunder Haltung, und Elimination von  ω-6 haltigen industriellen Pflanzenölen.

[1] Dazu meine Anekdote:  Ich war die ersten 25 Jahre meines Lebens der Meinung, dass „irritable bowel syndrome“ ein normaler Bestandteil meines Verdauungssystems ist und ich halt einfach häufiger Bauchweh (und damit verbundene Symptome …) bekomme als andere Leute. Dann eliminiere ich zum Spaß (und ohne große Erwartungen) Getreide für drei Wochen von meiner Ernährung und die Probleme sind weg. Und jedesmal, wenn ich jetzt doch wieder ein bisschen Brot oder Kuchen esse, kommen sie sehr zuverlässig zurück.

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Meine Bahn

Monopole sind schlecht – und wirklich problematisch wird es wenn sie staatlich sanktioniert sind. In beeindruckender Weise zeigt das die Deutsche Bahn. Ich möchte nicht diskutieren, warum man sogar mit einem Leihauto billiger unterwegs ist als mit der DB oder warum ein Tarifsystem verwendet wird, das kaum ein Passagier versteht. Das wäre zu deprimierend. Daher nur eine kurze Anekdote.

Nachdem ich gerade meine BahnCard 50 für das nächste Jahr zugeschickt bekommen habe, habe ich ein kurzes Mail an die Deutsche Bahn geschrieben, dass ich gerne am Ende des nächsten Jahres kündigen würde (weil ich sie eben nur noch ein Jahr lang brauche). Zurück bekomme ich folgendes wunderschön formuliertes Mail:

… schade, dass Sie Ihre BahnCard 0507 kündigen möchten.

Ihrem Wunschtermin können wir leider nicht entsprechen: Eine Kündigung ist mit einer Frist von 6 Wochen zum Gültigkeitsende der Karte möglich. Wir bitten dafür um Verständnis.

Möchten Sie den Termin für das Folgejahr wahrnehmen? Dann brauchen Sie nichts weiter zu unternehmen – wir werden den Termin für Sie vormerken und bestätigen die Kündigung zum 12.08.2015.

Die Ironie an der Sache ist, dass ich laut meiner E-Mail tatsächlich erst im August 2015 kündigen möchte. Aber anscheinend nimmt DB gar nicht an, dass jemand rechtzeitig an die Kündigungsfrist gedacht hat. Wenn per default ein derartiges Mail geschickt wird, zeigt das für mich ein wie integraler Bestandteil des Geschäftsmodells der DB es ist, ihre Stammkunden systematisch auszubeuten. Rechtlich gesehen, ist es natürlich in Ordnung, auf die Kündigungsfrist zu bestehen. Aber könnte es sich irgendein privates, nicht monopolistisches Unternehmen leisten, so mit seinen Kunden umzugehen? Und das offenbar im großen Maßstab, wie man an der wunderschön ausgefeilten Formulierung sieht.

Meiner Meinung nach ist das die große Disbalance in Deutschland: Während die Bahn ein aggressiv kapitalistisches Unternehmen ist, werden an allen Ecken und Enden neue Autobahnen um Steuergeld gebaut – wohl nicht ganz eine effiziente und nachhaltige Verkehrspolitik.

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